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Identitätsdiebstahl: Was tun Sie, wenn sich jemand für Sie ausgibt?

Im vergangenen Jahr hat es Axel Prahl erwischt. Ein ganz besonderer “Fan” hatte eine alte Adresse des “Tatort”-Schauspielers und Musikers ausfindig gemacht und unter seinem Namen kräftig Waren im Internet bestellt. Mehr war offenbar nicht notwendig, um einige Shops zu überzeugen. Die meldeten sich dann bei dem Promi und wollten die Rechnungen natürlich beglichen haben.

Prahl ist aber nur das bislang prominenteste Opfer eines Identitätsdiebstahls. Laut dem Hightech-Verband Bitkom hat sich jeder vierte deutsche Internetnutzer, der regelmäßig online bestellt, schon einmal gegen Kriminelle wehren müssen, die Kontaktdaten gestohlen hatten.

Viele Betroffene reagieren meist erst, wenn es schon zu spät ist. Besser wäre es, bei den ersten Anzeichen bereits aktiv zu werden.

Achten Sie auf diese Anzeichen

Die Hinweise auf einen möglichen Identitätsdiebstahl können vielschichtig sein. Einige davon sind:

  • Rechnungen und Mahnungen für nicht bestellte Waren
  • E-Mails, die darauf hinweisen, dass das Passwort für einen Service oder einen Shop erfolgreich geändert wurde, obwohl Sie das gar nicht getan haben
  • Nachrichten über die erfolgreiche Anmeldung auf einem anderen Gerät, dessen Kennung oder Bezeichnung nicht bekannt ist, beispielsweise unter macOS, obwohl kein Apple-Gerät zum Haushalt gehört
  • Sperrung von Apps oder Serviceangeboten, ohne erkennbaren Grund
  • Abbuchungen von der Kreditkarte oder dem Girokonto. Deswegen ist es wichtig, sich die Kontobewegungen regelmäßig anzusehen.

So reagieren Sie am besten auf Identitätsdiebstahl

Wenn der Verdacht besteht, dass Kriminelle erfolgreich Ihre Identitätsdaten kopiert haben und nutzen, ist schnelles Handeln notwendig. Allerdings schließt sich häufig ein ärgerlicher und mühsamer Prozess daran an.

Zwar muss niemand für die Taten Anderer haften. Wenn Sie Opfer von Identitätsdiebstahl werden, müssen Sie aber in jedem Einzelfall nachweisen, dass Sie für die Bestellung oder die üble Nachrede, die in ihrem Namen stattfand, nicht verantwortlich waren.

Zu den Sofortmaßnahmen gegen Identitätsdiebstahl gehören:

  • Bei der Polizei Anzeige erstatten. Das ist der beste Weg, um unberechtigten Forderungen glaubhaft entgegen zu treten.
  • Mahnschreiben und Nachfragen von Händlern ernst nehmen. Im Dialog versuchen, den Sachverhalt aufzuklären. Und im Zweifelsfall Hilfe bei einem Anwalt suchen.
  • Zugangsdaten von Benutzerkonten bei allen Online-Diensten und Angeboten ändern
  • Falls nicht ohnehin regelmäßig geschehen: Alle Geräte mit aktuellen Programmen auf Viren und Schädlinge untersuchen
  • Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen überprüfen
  • Bei der Schufa eine aktuelle Selbstauskunft anfordern. So können Sie nicht veranlasste Transaktionen feststellen

Richtig Vorbeugen gegen Identitätsdiebstahl

Nicht immer wurden die Daten von einem genutzten Gerät gestohlen. Oft gelangen diese durch Angriffe auf die Server von Shops oder Onlinediensten in falsche Hände. Deswegen sollten Sie für jeden Service ein individuelles Passwort setzen.

Viele Passwortmanager bieten eine Funktion, im Internet nach „Leaks“, also Weitergaben der gespeicherten Daten, zu suchen. Es ist ratsam, diesen Check regelmäßig zu machen.

  • Das Hasso Plattner Institut bietet einen kostenlosen Service an, der überprüft, ob eine E-Mail-Adresse einmal öffentlich in einer gestohlenen Datensammlung von Passwörtern aufgetaucht ist.
  • Grundsätzlich sollten Sie sparsam mit den persönlichen Informationen sein, die Sie in der Öffentlichkeit teilen. Geben Sie zum Beispiel auf Ihrer Website nie Ihre Kontonummer an. In sozialen Netzwerken wie Facebook können Sie Kontakte gruppieren. So teilen Sie dann mit tatsächlichen Freunden etwas Anderes als mit lockeren Kontakten.
  • Smartphones und Computer sollten Sie auf dem aktuellen Stand halten.
  • Firewalls und Virenscanner, die Sie aktuell halten, gehören zur Standardausstattung eines jeden Rechners.
  • Niemals Links oder Dateianhänge in Mails öffnen, wenn die Nachricht von einem unbekannten Absender stammt.
  • Setzen Sie starke Passwörter oder besser eine 2-Faktor-Authentisierung in Shops und Onlinediensten ein.
  • Bevor Sie ein ausgemustertes Gerät verkaufen oder entsorgen, sollten Sie persönliche Daten darauf sicher löschen.

Axel Prahl nimmt es gelassen

Eine Garantie gegen Identitätsdiebstahl gibt es leider nicht. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie das Risiko aber reduzieren.

Axel Prahl hatte neben unerwünschten Rechnungen auch noch mit falschen Profilen in sozialen Netzwerken zu kämpfen. So hatte jemand unter seinem Namen einen Instagram-Account angelegt und Frauen darüber um Nacktfotos gebeten. Prahl trat dieser Masche mit einer klaren Botschaft auf Facebook und in der “Bild”-Zeitung entgegen.

Wenn heute wieder eine Rechnung für Dinge hereinflattert, die er nicht bestellt hat, reagiert er mittlerweile gelassen. Er informiert die Polizei unter der gleichen Vorgangsnummer wie immer.

Für weitere Informationen zum Thema Identitätsdiebstahl sprechen Sie uns gerne an!

Nutzen Sie für den Erstkontakt unser Kontaktformular oder rufen Sie uns unter +49 2641 903 423 an.

Showing 2 comments
  • Vielen Dank für die Infos und wertvollen Ratschläge.
    Passwörter ALLE ändern !!!
    Es wird wohl immer attraktiver für Organisationen Identitätsdiebstahl zu begehen. Das Schlimme daran ist nur, dass man es als Betroffener oftmals gar nicht oder recht spät bemerkt.

    • Olaf Köster

      Vielen Dank für diesen wertvollen Kommentar. Wenn der Diebstahl bemerkt wird, ist es meist schon zu spät!

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